Die Plessuralpen

Einteilung

Die Plessuralpen erstrecken sich auf einer Fläche von rund 900 Quadratkilometern, und erreichen damit fast exakt die gleiche Ausdehnung wie die viel bekanntere Silvrettagruppe mit ihren 70 Dreitausendern. Diese wird allerdings nicht wie die Plessuralpenkette von mehreren weiten und platzbeanspruchenden Tälern durchzogen. Unsere Gruppe lässt sich in 6 Untergruppen unterteilen. Da wäre zuerst die Stätzerhornkette über der Lenzerheide, welche im 2574 Meter hohen Stätzer Horn gipfelt. Da diese Berge von Arosa aus nicht zu erreichen sind wird diese Bergkette, ebenso wie die Hochwangkette (mit Ausnahme des Matjischhorns) in diesem Buch nicht ausführlicher behandelt. Der Hochwang selbst stellt mit seinen 2532 Metern Meereshöhe auch den Scheitelpunkt dieser einsamen Bergregion dar. Es folgt die Weißfluegruppe, welche ebenfalls nach ihrem höchsten und mit Abstand bekanntesten Bergmassiv benannt ist, der 2834 Meter hoch gelegenen Weißflue. Das Bergwandererlebnis wird hier leider durch massive Bahnerschliessungen im kompletten Weißfluegebiet deutlich geschmälert. Ihr schließt sich die Strelakette an, ihrer grauen und markanten Kalkformen wegen auch als Arosa Dolomiten bezeichnet. Sie bietet dem Bergwanderer wohl des umfassendste Tourenangebot und kulminiert im abgelegenen und fast vollkommen unbekannten Guggernellgrat (2810 m).

Die Lenzerhorngruppe befindet sich auch schon mehr im Einzugsgebiet der Lenzerheide, ist von Arosa aus aber mit Hilfe von kleinen Gewalttouren durchaus zu erreichen. Ihr höchster Punkt, das Lenzerhorn, erreicht immerhin 2906 Meter ü NN und bildet die wohl markanteste Berggestalt des gesamten Gebietes. Last but not least folgt die Rothorn - Weißhornkette mit den bekannten Seilbahnbergen Parpaner Rothorn und Arosa Weißhorn und dem Arosa Rothorn, mit 2980 Metern der höchste Punkt der gesamten Plessuralpen.

Umrahmt werden die Plessuralpen von so bekannten Berggruppen wie dem Rätikon, den Albula Alpen, der Silvretta, der Plattagruppe, den Adula Alpen und den Glarner Alpen, was nicht zu unrecht bei der Gipfelschau vieler Plessurberge interessante Einblicke in diese Regionen erwarten lässt.

Berge

Immerhin 11 Berge überschreiten die 2800 Metermarke:

  • Arosa Rothorn 2980 m
  • Erzhorn 2924 m
  • Lenzerhorn 2906 m
  • Parpaner Rothorn
  • Ostgipfel 2899 m
  • Westgipfel 2864 m
  • Pizza Naira 2870 m
  • Älplihorn 2843 m
  • Weißflue 2834 m
  • Gemschtällihorn 2830 m
  • Parpaner Weißhorn 2824 m
  • Guggernellgrat 2810 m

Dazu kommen weitere interessante und imposante Berggestalten wie:

  • Spitzig Gretli 2791 m
  • Amselflue 2781 m
  • Tiejer Flue 2781 m
  • Piz Linard 2768 m
  • Sandhubel 2764 m
  • Valbellahorn 2764 m
  • Schwarzhorn 2759 m
  • Guggernell 2744 m
  • Furkahorn 2727 m
  • Tschirpen 2727 m
  • Piz Mez 2727 m
  • Älpliseehorn 2724 m
  • Tgapeala Cotschna 2712 m
  • Schiahorn 2708
  • Mederger Flue 2706
  • Wasmengrat 2701
  • Zenjiflue 2685 m
  • Parpaner Schwarzhorn 2683 m
  • Strel 2674 m
  • Chüpfenflue 2658 m
  • Arosa Weißhorn 2653 m
  • Schießhorn 2605 m
  • Stätzer Horn 2574 m
  • Leidflue 2560 m
  • Plattenhorn 2556 m
  • Hochwang 2532 m
  • Hörnlihütte 2512 m
  • Schafrück 2493 m
  • Matjisch Horn 2461 m
  • Brüggerhorn 2441 m

Hütten

Nur eine SAC Hütte befindet sich im gesamten Plessuralpengebiet, nämlich die Ramozhütte im hintersten Welschtobeltal. Dazu gesellen sich die private Meiserhütte am Schafrück, die Chörbschhorn Hütte des Skiclub Davos und die ebenfalls private Valbellahütte. Eine günstige Übernachtungsmöglichkeit bietet auch das Naturfreundehaus bei Medergen. Zusätzlich befindet sich auf der Maienfelder Furka eine kleine immer offene Schutzhütte, allerdings ohne Übernachtungs- oder Kochgelegenheit.

Seen

Graubünden wird gemeinhin ja als das Land der Tausend Seen bezeichnet, was auf die Umgebung von Arosa in besonderem Maße zutrifft. Zahlreiche malerische und zumeist sehr schnell zu erreichende Bergseen umrahmen den Ort und tragen maßgeblich zu seiner touristischen Attraktivität bei.

Direkt im Ortszentrum liegt der Obersee auf knapp 1800 Metern Höhe. Seine abendliche Umrundung im Angesicht fast des kompletten umliegenden Gebirgskranzes gehört zu den absoluten Klassikern und wird auch von älteren Besuchern oft und gerne durchgeführt. Neben einem Bootsverleih werden seine Uferbereiche stark von Anglern heimgesucht, zudem sind Schwäne und Ente anzutreffen, die sich vor fütterwilligen Gästen kaum retten können.

Etwas tiefer gelegen, aber auch noch im direkten Ortsbereich befindet sich der Untersee, welcher vor allem als kostenloses Naturfreibad dient und mit Sprungtürmen, Tischtennisplatten, Beachvolleyballfeldern und natürlich einer Liegewiese auch dementsprechend ausgestattet wurde. Ein angeschlossener Restaurantbetrieb mit eigenem Biergarten bietet sich als Alternative zum oder Ausklang nach dem Badevergnügen an.

Versteckt und kaum besucht kurz vor dem Ortsausgang fristet der Schwarzsee ein nahezu ungestörtes Dasein. Als Naturschutzgebiet Hoch- und Flachmoor Schwarzsee schreitet seine Verlandung von Jahr zu Jahr weiter fort. Weder Wanderwege noch Hinweisschilder verraten seinen Standort.

Wichtig für die Strom- und Wasserversorgung ist der 1605 m hoch gelegene Stausee in der Isel. Seine Umrundung bietet ebenfalls eine sehr lohnende Wandertour.

Gut 200 Höhenmeter oberhalb von diesem befinden sich die ihren Namen sehr zurecht tragenden Grünseeli.

Nur auf längeren Wanderungen zu erreichen sind Alteinsee (2256 m) und das oft ausgetrocknete Guggernellseeli (2320 m).

Kurz hingegen sind die Anmarschwege zu den beiden Prätschseen und dem Scheideggseeli auf der anderen Talseite. Der obere Prätschsee ist als Badesee ebenfalls sehr beliebt.

Der König unter Arosas Bergseen ist aber der Älplisee (2156 m), lieblich eingebettet von tiefgrünen Weidehängen auf der einen und den steilen Schuttfeldern von Gemschtällihorn und Älpliseehorn auf der anderen Seite. Vorher aber führt der Weg noch am etwas größeren und ebenfalls ein perfektes Kalendermotiv darstellenden Schwellisee auf 1930 Metern vorbei. Dieser See ist für absolut jedermann zu erreichen, von Kuhhirten sogar mit dem Auto. Noch weiter oben auf über 2500 Metern Höhe befindet sich noch das etwas trist wirkende Todseeli, und ganz abgelegen der glasklare und fast rundliche Urdensee (2250 m) im gleichnamigen Tal, einer der Hauptblickfänge von der Hörnlihütte.