Physiogeographische Gegebenheiten

Geologie

Im Norden begrenzt die Bergkette Montalin-Hochwang-Matlishorn die Plessuralpen, welche dank ihren eher eintönigen Flysch – und Bündnerschiefergesteinen recht einheitlich erscheint. Die südliche Begrenzung des Gebietes mit Arosa Rothorn – Guggernell – Amselflue – Mederger Flue – Weissflue hingegen bietet ein buntes Gemisch aus verschiedenen Farben, Formen und Gesteinen. Noch komplizieter ist der Gebirgsaufbau entlang der Linie Parpaner Weisshorn – Gürgaletsch. Gewaltige verschiedenartige Gesteinspakete wurden im Laufe der Alpenfaltung vor etwa 40 Millionen Jahren zu sog. Decken verformt und in vielfältiger Weise ineinander Verschoben, folgende Deckenabfolge prägt die Plessuralpen (von unten nach oben gesehen): Auf graue, kalkhaltige Bündnerschiefer folgen Kreide und Malmkalke und die Arosa Schuppenzone. Diese setzt sich aus einer bunten Mischung aus Kalken, Dolomiten, Serpentinen und Glimmerschiefern zusammen. Den Abschluss bilden dann die sog. Arosa Dolomiten mit hellen Dolomit und Kalkgesteinen und die aus Gneisen und Amphiboliten bestehende Silvrettadecke.

Diese Vielfalt schlägt sich natürlich auch in der unterschiedlichen Färbung der Bergstöcke nieder: Arosa und Parpaner Weisshorn zum Beispiel sind beige bis weiß farbige, mächtige Dolomitstöcke (Arosa Schuppenzone), Arosa und Parpaner Rothorn dagegen bestehen aus rötlich – braun schimmernden altkristallinen Gesteinspaketen (Silvretta – Decke), nur hier lassen sich einige wenige, sehr kleine Kristalle finden. Hiervon wiederum heben sich die Arosa Dolomiten mit ihren schroffen Formen und durchwegs grauen, zerschrundenen Steilflanken ab.

Klima

Im Plessuralpengebiet herrscht ein zentralalpines Klima mit kühlen bis kalten Wintern mit trockener Luft und warmen bis heißen Sommern. Der Sommer ist die niederschlagreichste Jahreszeit mit meist doppelt so hohen Niederschlagsmengen wie im Frühjahr oder Winter. Für die Region gilt der Richtwert von + 33 mm Jahresniederschlag pro 100m Höhe, bis gut 2000 m. ü. M., darüber nehmen die Niederschläge zwischen 70 und 100 mm pro 100 m Höhe zu. In der Niederschlagskarte wird für das Gebiet eine jährliche Niederschlagsmenge zwischen 1200 mm und 1600 mm angegeben. Die Niederschläge verteilen sich wie folgt auf die Jahreszeiten: Frühling: 268 mm, Sommer: 517 mm, Herbst: 304 mm, Winter: 235 mm.

Im Mittel gibt es in Arosa nur 48 sonnenlose Tage im Jahr, wovon 6,3 jeweils auf Dezember und Januar entfallen. Bleiben satte 317 Sonnentage übrig. Die Tage mit Niederschlag verteilen sich folgendermaßen: Winter 32, Frühling 35,75, Sommer 45, Herbst 31.

Die Sonnenscheindauer in Prozent hingegen sehr stabil: Winter: 49%, Frühling: 47%, Sommer: 49%, Herbst: 53%. Eine gewaltige Spanne gibt es im Temperaturmittel, nämlich von –5,7 im Januar bis 10,1 im Juli. April mit 0,2 und Oktober mit 3,4 bilden die ungefähre Mitte. Die niedrigst je gemessene Temperatur wurde übrigens am 2/3. Februar 1956 gemessen, nämlich Minus 29°. Am wärmsten war es am 4. Juli 1950 mit 28,6 Grat.

Im Mittel gibt es in Arosa 194 Tage mit einer geschlossenen Schneedecke, die größten Schneehöhen sind dabei im Februar mit 104 cm zu erwarten, also beste Bedingungen zum Skifahren.

Für diese Verhältnisse ist vor allem die Höhenlage des Ortes auf immerhin 1800 Metern verantwortlich.

(alle Angaben beziehen sich auf das Infoheft „Arosa in Kürze“ der Gemeinde Arosa)

Vegetation

Ein Großteil des Arosa umgebenden Gebietes wird vornehmlich landwirtschaftlich genutzt. Das Farurtal sowie das obere Urdental werden während der Sommermonate unterschiedlich intensiv mit Rindern beweidet. Auf den intensiv beweideten Flächen gedeihen Fettweiden, an extensiv beweideten Stellen magere alpine Rasen. An steinigen und steilen Hanglagen, meist oberhalb von 2400 m. ü. M. finden sich vorwiegend alpine Rasen, an bewegten Steillagen Schuttfluren. Quellfluren und Verlandungszonen weisen an wenigen Orten auf vernässte Stellen hin.

Doch trotzdem weißt Arosa eine für dies Höhenlage erstaunliche Vielfalt an Pflanzen und Pilzen auf. 900 verschiedene Arten von Blütenpflanzen lassen sich in der direkten Umgebung der Plessuralpen finden. Dazu kommen immerhin 250 Moose und Pilzarten innerhalb der Grenzen Arosas. Früher gab es auch größere Edelweissansamlungen, zum Beispiel am Parpaner Schwarzhorn. Heute sind diese bestände leider sehr stark geschrumpft. Die Vielfalt aber ist geblieben, unter anderem sind Hauswurz, Enzian, Torfsegge, Bärlauch, Alpenleinkraut, breitblättrige Schlüsselblume, Schneefingerkraut, Gifthahnenfuß, Flesnmiere und die Monte Cenis Glockenblume anzutreffen. Lange schneebedeckte Vertiefungen sind von bltenartigen Kreichpflanzen und Moosen durchzogen, häufig vertreten ist dort auch das kleine Alpenglöckchen. Alle 900 Blumenarten aufzuzählen würde hier natürlich zu weit führen.

Die Waldgrenze befindet sich zwischen 2000 und 2100 Metern Höhe, im Jahre 1200 lag sie noch auf 2300 Metern. Dabei diversiert die Waldgrenze in den verschiedenen Berggruppen, liegt sie am Tschuggen doch bei nur 1980 Metern, am Arlenwald immerhin bei 2080 Metern. In der Mitte dieser Statistik befinden sich Schafrück mit 2060 und Furkahorn mit 2040 Metern.

Überhaupt existieren mehr Baumarten als man in dieser Höhe vermuten könnte, wobei der Löwenanteil mit 94% des Bestandes auf die Fichte entfällt. Dazu gibt es am Schafrück vereinzelte Lärchenbestände, dort ist auch die Legföhre zu finden, wie auch am Arlenwald und Schiesshorn. Am Tschuggen und wiederum am Schafrück finden sich einige Grünerlen, die auch zum Teil im Ortsbereich angepflanzt wurden. Im Arlenwald und in der Isel gibt es zudem kleine Bergföhrenbestände. Unter 1900 Metern befinden sich auf Waldlichtungen einzelne Vogelbeerbäume, unter 1850 auch Bergahorn. Im Dorfbereich sind auch einige Birken angepflanzt, am Schiesshorn und Schafrück sind sie natürlich gewachsen.

Außerdem wachsen um Arosa herum diverse Staudenpflanzen wie Weiden, verschiedene Geissblattarten, Roter Holunder, Johannesbeere, Himbeere, Spitzbeere, Steinmistel, Traubenkirsche und Weisserle.

Fauna

Vögel

Folgende Vogelarten sind unter anderem anzutreffen: Bachstelze, Bergpieper, Hausrotschwanz, Kohlkrabe, Misteldrossel, Turmfalke, Schneesperling, Steinschmätzer, Mäusebussard, Bachstelze, Rauchschwalbe, Misteldrossel, Alpendohle, Sperber, Zaunkönig, Buchfink, Buntspecht, Kleiber, Tannanhäher, Alpenmeise, Rabenkrähe Braunkehlchen und Zitronengirlitz. Dies sind nur einige der wichtigsten Arten, insgesamt sind etwa 90 verschiedene Vogelarten, welche sich regelmäßig hier einfinden. Selbst der Kuckuck kann gelegentlich beobachtet werden. Dazu kommt eine gewaltige Anzahl an Durchzüglern, also Zugvögeln, die auf dem Weg nach Süden in Arosa Station machen. So prominente Namen wie Goldammer, Graureiher, Sturmmöwe, Lachmöwe oder Waldschnepfe sind darunter. Sogar der seltene Eisvogel ist schon hier gesichtet worden. Am Interessantesten von allen ist aber sicherlich der größte Vogel Europas. Über 3 Meter Spannweite kann der Bartgeier erreichen, im Unterengadin sind einige der gigantischen Aasfresser wieder angesiedelt worden.

Das Steinhuhn ist insbesondere an der Westflanke (Tschinglen) zwischen Parpaner Schwarzhorn und Alpstein verbreitet. Es handelt sich hier um einen Standvogel, der an schneefreien Stellen im Brutgebiet zu überwintern versucht, weshalb seine Wintereinstände möglicherweise nicht denen vom Sommer entsprechen.

Das Auerhuhn bewohnt vor allem den durch Lawinenschneisen aufgelösten und sehr störungsarmen Teil des Oberwaldes oberhalb von Tschiertschen.

Das Birkhuhn besiedelt den Bereich der oberen Waldgrenze zwischen Tschiertschen und Praden.

Im Grossraum Arosa - Lenzerheide sind nach einer Revierverteilungskarte von Haller (1996) drei Adlerreviere auszumachen. Der Steinadler stellt große Raumansprüche und ist auf besondere Naturnähe seines Wohn - und Jagdgebietes angewiesen.

In niederen Lagen, vor allem im Farur und Urdental, ist auch das Schneehuhn sehr verbreitet

Säugetiere (ohne Schalewild)

Das Murmeltier ist im gesamten Plessuralpenbereich häufig vertreten. Ferner werden das Farurtal und wahrscheinlich auch das Urdental vom Schneehasen ganzjährig besiedelt. Hermelin, Fuchs und Dachs konnten zwar nicht festgestellt werden, fallen aber ebenfalls unter die potentiellen Besiedler oder zumindest Nahrungsgäste des Gebietes um Arosa. Über die Kleinsäugerfauna sind bisher keine Erhebungen bekannt, aber Müller konnte 1972 auf der relativ nahegelegenen Feldiseralp folgende Arten über der Baumgrenze feststellen: Waldspitzmaus, Gelbhalsmaus, Rötelmaus, Feldmaus, Maulwurf, Kleinwühlmaus. Ebenfalls möglich wären Schneemaus und Alpenspitzmaus. Eine Besonderheit vom Arosa ist die sehr hohe Eichhörnchendichte, es gibt in Dorfnähe sogar einen Wanderweg, wo man die possierlichen Nager sogar füttern kann, siehe Tour 23. Marder, Igel und Maulwurf sind ebenfalls um Arosa zu Hause.

Schalenwild

Nachdem er in diesem Teil der Schweizer Alpen schon ausgestorben war hat sich der Alpensteinbock nach seiner Wiederansiedlung in der Region auch mangels natürlicher Feinde wieder sehr stark verbreitet, und dürfte auf vielen Bergtouren zu anzutreffen sein.

Die etwas tiefer gelegene Regionen bevorzugende Gämse ist als Einzelgänger etwas seltener zu sehen, aber ebenfalls im kompletten Berggebiet verbreitet.

Noch tiefere Regionen bewohnen der Rothirsch und das Rehwild.

Amphibien

Hier wäre vor allem der schwarze Alpensalamander zu nennen, der sehr früh am Morgen und nach Gewitterregen die Wanderwege um Arosa bevölkert. Dazu kommen diverse Froscharten, vor allem Grasfrösche und einige Molcharten. Vor allem der Bergmolch ist in vielen Tümpeln und auch am Oberen Prätschsee anzutreffen, die höchste Froschdichte hingegen hat der schon teilweise zum Moor umgebildete Untere Prätschsee. Dazu ist vereinzelt die Bergeidechse zu finden.

Fische

Auch die zahlreichen Seen um Arosa sind natürlich nicht unbewohnt, bei Anglern besonders beliebt sind die fischreichen Stausee und Obersee. Vor allem Bachforellen sind dabei zu finden, aber auch Schleien und Bartgrundeln. Außerdem noch Groppen und Stichlinge.