Sandhubel ( 2764 Meter )

Über bunt gefärbtes Gestein ins Reich der Steinböcke

Der Sandhubel ist der 3. Gipfel in diesem Buch, welcher Arosa zum Ausgangspunkt hat, und ebenfalls einer meiner persönlichen Favoriten. Er wird wie der Tiejerflue zur Strelakette gerechnet, welche sich ja wie erwähnt durch ihr helles Kalkgestein auszeichnet. Allerdings gibt es da eine Ausnahme, den Sandhubel beschreibt der SAC Führer lapidar als "leicht erreichbarer Gipfel, der seinen Namen zu Recht trägt“. In der Tat ist hier sehr sandiges Gestein anzutreffen, welches aber von Gelb über Rötlich bis fast Violett in vielen verschiedenen Farbtönen leuchtet und gerade in Kombination mit Schneeresten großartige Eindrücke vermittelt. Zudem stellt er einen willkommenen Kontrast zu seinen graugefärbten Nachbargipfeln dar.

Sandhubel und Leitflue

Unzweifelhaft zuzustimmen bleibt dem SAC Führer allerdings in der Frage der leichten Erreichbarkeit. Nicht nur von Arosa aus, auch von der Davoser Seite, mit dem Ortsteil Wiesen als Ausgangspunkt, ist der Berg ohne jegliche Schwierigkeiten zu ersteigen. Auch wenn die Grate am Schluß unmarkiertes Gehgelände bieten, wird während der gesamten Besteigung keine Hand gebraucht.

Das ändert sich allerdings, wenn man vom südwestliche Sattel aus noch das benachbarte Spitzig Gretli ( 2788 Meter ) ersteigen möchte. Diese zusätzlichen Hundert Höhenmeter sind zwar sehr zu empfehlen, allerdings bleiben sie felsgewandten und trittsicheren Bergsteigern vorbehalten. Auf diesem kaum je erstiegenen Gipfel ist die Wahrscheinlichkeit Steinböcke beobachten zu können extrem hoch. Diese ist aber auch am Sandhubel selbst recht gut. Einmal hatte ich mit einem Freund zusammen das Glück trotz Nebel über eine Stunde lang ein Rudel beobachten zu können, was zufällig genau den gleichen Weg wie wir gewählt hatte, und keinerlei Anstalten machte uns ihren Berg einfach zu überlassen.

Bei Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln empfiehlt sich in Verbindung mit der Tour der Übergang von Arosa nach Davos oder umgekehrt. Bei Rückkehrzwang zum eigenen PKW bietet sich die Überschreitung von der Valbella Furka zur Leidfluefurka an, von wo die Rundtour dann über den Boden von Murterus zur Ramozhütte fortgesetzt werden kann. Zusätzliche Attraktionen auf der Tour sind die Alteiner Wasserfälle, der Alteinsee und das Guggernellseeli, welches allerdings leider oft schon im Hochsommer ausgetrocknet ist, und dann einen eher trostlosen Anblick bietet.

Der Wegverlauf

1) Von Arosa

Vom Obersee wie beim Tiejerflue den Ausschilderungen zur Isel folgen, bei der Kläranlage nicht links abbiegen, sondern geradeaus weiter den Beschilderungen zum Alteinsee folgen. Auch hier wird die Plessur auf einer Holzbrücke überschritten, welche allerdings kürzer und deutlich stabiler ist als diejenige an der Kläranlage. An der nun folgenden Wegverzweigung wähle man den rechten Wegteil in Richtung großer Wasserfall. Nun geht der Weg über steiles Geröll und fast ohne Schatten steil nach oben. Nach ungefähr 300 Höhenmetern verzweigt sich der Weg erneut. Der Weiterweg verläuft wiederum auf der rechten Weghälfte, es empfiehlt sich aber einen kurzen Abstecher nach Links zu unternehmen, wo nach wenigen Minuten der große Alteinwasserfall sichtbar wird. Dann aber geht es weiter aufwärts bis auf 2256 Metern Höhe der Alteinsee erreicht ist. Am Einlauf des Sees balanciert man über Steine aufs andere Ufer, von wo man entweder auf nicht immer deutlichen Pfadspuren zur schon sichtbaren Leidfluefurka weiter steigt, oder einigen Markierungsstäben folgend das Valbellahorn weitgehend umrundend, den Pfad zur Valbella Furka erreicht. Von hier folgt man unschwierig über Pfadspuren und Gehgelände dem Ostgrat bis zum Gipfel. Mit jedem Schritt weitet sich hier das Panorama und läßt die Aufstiegsmühen vergessen. Ähnlich interessant ist der Aufstieg von der Leidfluefurka über den Nordgrat, wobei auf dem breiten, meist sandigen Grat einige kleine Stufen westseits umgangen werden sollten.

Von hier bietet sich für den Rückweg neben einer schnellen Besteigung des Leidflue, noch der Weiterweg über Pfadspuren Richtung Westen, also Guggernellseeli mit Übergang zu Ramozhütte an. Hierbei sind gut hundert Höhenmeter Gegenanstieg zu bewältigen. Mehr ist auch für den Leidflue nicht nötig, dessen Südgrat steiles Gras, aber Gehgelände bietet. Ein imposanter Tiefblick ins Welschtobeltal entschädigt reichlich für zusätzliche Mühen.

Von der Ramozhütte geht es nun durch den Welschtobel zurück in die Isel und von dort mit 200 Höhenmetern Gegenanstieg nach Arosa. Natürlich kann man die Tour auch von der Ramozhütte aus nach einer Übernachtung durchführen und den Rundweg in umgekehrter Richtung vollenden.

2) Von Wiesen

Vom Ort aus führen verschiedene gut beschilderte Wanderwege zur Wiesner Alp auf 1945 Metern. Von hier steigt man auf Viehwegen etwas gegen den Hang an, der dann südwärts verlassen wird. Weiter zunächst am Hang des Hüreli, später im Talgrund von Gurgelund dem Gipfel entgegen, welcher dann auch über den Ostgrat erreicht wird.

Nun ist es möglich noch das Spitzig Gretli zu besteigen, indem man den Westgrat des Sandhubels in den weiten Sattel bis 2647m absteigt und dann dem Grat folgt. Einen Kopf umgeht man nordseits (rechts) und überwindet dann den Gipfelaufschwung am einfachsten durch eine südliche (links) Umgehung. Dieser noch etwas höhere Gipfel bietet interessante Felsformationen und atemberaubende Tiefblicke nach Norden. Der Abstieg erfolgt auf den selben Weg, da schon dieser Schwierigkeiten im 1. und 2.Grat bietet. Insgesamt ist für diesen Abstecher eine zusätzliche Stunde Marschzeit zu veranschlagen.

Talorte: Arosa und Wiesen

Höhenunterschiede: Arosa-Sandhubel: knapp 1200 Hm.+ 200 Hm. Isel-Arosa ; Wiesen-Sandhubel: knapp 1400 Hm.

Zeiten: Wiesen-Sandhubel: 3,75 St. , Abstieg 2,5 St. ; Arosa-Sandhubel: 3,5 St. , Abstieg: 3 St.

Schwierigkeiten: erfahrener Bergwanderer, Spitzig Gretli 1-2

Stützpunkte: Ramozhütte ( siehe Erzhorn )

ÖPNV-Verbindungen : Sowohl Wiesen als auch Arosa werden stündlich von Chur aus bedient.

Übernachtungsmöglichkeiten im Talort: Arosa : siehe Tiejer Flue ( das Naturfreundehaus biete sich hier nicht an ) ; Wiesen: Schulhaus, tel.: 0814041523